Der Zeitraum von 1916-1922

Eine zweite Periode der Notgeldausgaben begann Ende des Jahres 1916. Die Münzstätten kamen mit der Prägung von Kleingeld nicht mehr nach, so dass Notgeldscheine in den Werten von 1 bis 100 Pfennigen von Städten, Handelskammern, Industriebetrieben und Geschäften herausgegeben wurden. Das Interesse von Sammlern für diese Scheine war von Beginn an sehr groß. Dies veranlasste zahlreiche Gemeinden, ganze Serien mit den verschiedensten Motiven drucken und meist mit erhöhten Preisen zu verkaufen. Nur in den wenigsten Fällen liefen diese Serienscheine im Gegensatz zu den Verkehrsausgaben der ersten Zeit als tatsächlicher Kleingeldersatz um. Die Reichsbank duldete auch in dieser Periode zunächst die Notgeldausgaben. Nachdem der Bestand an Münzen wieder ausreichend war, wurde mit Datum vom 1. Mai 1919 die Annahme von Notgeld von 1 Mark an aufwärts verboten, ab dem 17. Juli 1922, als die Spekulation mit den Serienscheinen überhand nahm, wurde die Notgeldausgabe generell untersagt, über die Zahl der Ausgabestellen können nur Vermutungen angestellt werden, da auch noch immer wieder Scheine auftauchen, die bisher nicht erfaßt waren. Es dürfte sich um annähernd 4000 Ausgaben handeln, deren Nennwert wohl 400 Millionen Mark erreicht.